4. November 2017: Requiem – Gemeinschaftkonzert mit der Linzer Singakademie

Samstag, 4. November 2017, 19:30 Uhr
Öffentliche Generalprobe um 16:00 Uhr
„Requiem“ – Gemeinschaftkonzert mit der Linzer Singakademie
Alter Dom Linz

Programm

  • Louis Spohr

    • Ouvertüre aus „Die letzten Dinge“
  • Thomas Doss
    • „Somnium“
      Auftragswerk anlässlich 50 Jahre JKU Linz
  • Wolfgang A. Mozart

    • Requiem in d-Moll, KV 626

SolistInnen

Mitwirkende

Dirigent

Christian Radner

Veranstalter

Johannes Kepler Universitätsorchester

Fotos

Gedanken zum Requiem – von Herwig Strobl (Uni-Orchester)

Ich bin berührt von der REQUIEM-Musik  Mozarts und Süßmayrs, deren „gemeinsamem“ Werk, aber auch von unserer herzhaften Gestaltung und der Musizierfreude, die Alexander und Christian in uns erwecken, auch von der Zusammenarbeit der beiden Klangkörper.

Bei „Breitkopf & Härtel“  beschreibt Christoph Wolff  die Hintergründe, die Biografien des Schülers und Freundes Franz Xaver Süßmayr und seinem Lehrer Wolfgang Amadeus Mozart.  Mozarts früher Tod, ein wenig geheimnisumwoben, sowie das angebliche Geheimnis über den Auftraggeber des Requiems, das heute keines mehr ist.

Maria Constanze Cäcilia Josepha, Johanna, Aloysia Mozart, geb. Weber, zitiert W.A.M. 1827: „denn  dies muss mein Meisterwerk und Schwanengesang seyn.“

F.X. Süßmayr (*Schwanenstadt 1766 – gest. 1803 in Wien) war Schüler von Antonio Salieri, ab 1790 auch von Mozart, mit dem er in dessen letzten Lebenstagen das Requiem besprach und durchspielte und -sang. Sein Werkverzeichnis umfasst u.a. 30 Opern.  Süßmayr schreibt 1800, also 9 J. nach Mozarts Tod über die Vollendung des Requiems: „Die Endigung dieses Werkes wurde mehreren Meistern übertragen. Endlich kam dieses Geschäft an mich.  Das „dies irae“ habe ich geendigt. Das Sanctus, Benedictus, Agnus Dei ist ganz  neu von mir.“ Constanze: „ Bey dem Lacrymosa fing eigentlich Süßmayrs Arbeit an.“

Der Schüler Mozarts, Franz Xaver S., war 10 J. jünger, begleitete – mit Zustimmung Mozarts – Constanze häufig zur Kur nach Baden. Das letzte der sechs Mozartkinder heißt Franz Xaver Wolfgang, geb. Juli 1991. Man vermutet, dass der leibliche Vater Süßmayr sei, da Mozart zur Zeit der Zeugung auf Reisen war.

Der geheimnisvolle Auftraggeber des Requiems war Franz Graf von Walsegg, für dessen Februar 1791verstorbene Gattin Anna er das Werk durch einen Boten bestellte, incl. Anzahlung. Der Graf führte das Werk 1793 in der Neuklosterkirche Wr. Neustadt auf – als sein Werk. Süßmayr starb 1803. Sein Brief ist das einzig verlässliche Dokument bzgl. Requiem-Urheberschaft. Nach Mozarts unglaublich frühem Tod am 5. Dez. 1791 um ein Uhr früh/ kaum 35 Jahre alt verstarb der Meister. Halsentzündung war die Ursache. 11 Stunden zuvor hielten seine Freunde am Krankenbett Mozarts die letzte Gesangsprobe ab. Constanze steckte nun – mit zwei überlebenden, unversorgten Kindern –  in Schulden. Sie war aber organisatorisch sehr geschickt, veranstaltete Konzerte, bekam den Rest der 50 Gulden Requiem-Gage.

Sie heiratete 9 J. später den dänischen Diplomaten Georg Nikolaus von Nissen, bei dem sie in Untermiete gelebt hatte. Die beiden heirateten in Pressburg, wohnten 10 Jahre in Dänemark, reisten durch Europa, lebten dann in Salzburg und verfassten die Mozart-Biografie. 17 Jahre nach Mozarts Tod besuchte Constanze das erste Mal Mozarts Grab. Sie starb 80-jährig in Salzburg.